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Möchtest du eine Kreditkartenzahlung zurückfordern, kannst du das Chargeback-Verfahren nutzen. Damit das klappt, kommt es auf das richtige Vorgehen an. Dieser Beitrag erklärt dir die wichtigsten Schritte.
Inhalt
So funktioniert das Chargeback-Verfahren
Mit dem Chargeback-Verfahren wird eine Rückabwicklung der Kreditkartentransaktion angestoßen. Du kannst so unberechtigte Kreditkartenzahlungen zurückfordern. In den meisten Fällen lässt sich dieser Prozess schnell und unkompliziert abwickeln.
Zuerst lohnt es sich, mit dem Vertragspartner (also dem Unternehmen, das deine Zahlung erhalten hat) in Kontakt zu treten. Die Kommunikation sollte ausschließlich schriftlich erfolgen, denn dieser Schriftwechsel dient im Chargeback-Verfahren häufig als Nachweis.
Wer mit dem Vertragspartner nicht auf einen Nenner kommt, sollte das Reklamationsformular bei seiner Bank ausfüllen. Danach wird der sogenannte Chargeback-Cycle in Gang gesetzt. An ihm sind der Kreditkarteninhaber, deine Bank und die Bank des Händlers beteiligt.
Es wird anschließend überprüft, ob die Kreditkartenzahlung gerechtfertigt war. Ist dies nicht der Fall, wird die Transaktion rückgängig gemacht.
In welchen Fällen kannst du Kreditkartenzahlungen stornieren oder reklamieren?
Für ein Chargeback kommen mehrere Gründe infrage. Treten folgende Szenarien auf, ist es möglich, die Transaktion rückgängig zu machen.
Wurde die Zahlung weder von dir getätigt noch genehmigt, hast du ein Recht auf die Rücküberweisung des Geldes.
Bei einer doppelten Abbuchung durch den Händler kannst du die Kreditkartenrechnung an deine Bank schicken. Markiere dabei die doppelte Ausgabe. Dasselbe gilt, wenn dir das Geld für ein zurückgeschicktes Produkt nicht erstattet wird.
Falls ein zu hoher Betrag abgebucht wurde, schickst du die Rechnung mit der tatsächlichen Summe an deine Hausbank.
Es lassen sich übrigens nicht nur Kreditkartenzahlungen zurückfordern. Du kannst das Chargeback-Verfahren gleichermaßen nutzen, wenn du Geld am Automaten abheben wolltest und der Automat kein oder zu wenig Geld ausgespuckt hat. In solchen Fällen füllst du bei deiner Bank ein Formular aus und vermerkst, welchen Betrag du abheben wolltest und welche Summe du tatsächlich erhalten hast.
Die wichtigsten Tipps zum Chargeback: So bekommst du dein Geld zurück
Damit das Chargeback-Verfahren erfolgreich ist, gibt es einige Punkte, die du beachten solltest.
- Das Geld beim Anbieter/Händler zurückfordern
Oft lohnt es sich, den Händler direkt zu kontaktieren. Mache ihn auf die fehlerhafte Abbuchung aufmerksam und schicke ihm die Kreditkartenabrechnung zu. Die meisten Unternehmen zeigen sich dabei kooperativ und gehen auf dein Anliegen ein.
- Mit deinem Kreditkarten-Service sprechen
Falls du beim Kontaktieren des Händlers keinen Erfolg hast, setzt du dich mit dem Kundenservice deiner Bank per E-Mail oder telefonisch in Verbindung. Das gilt natürlich auch, wenn du Kreditkartenbetrug vermutest.
Wende dich dabei an die Bank, die deine Kreditkarte ausgestellt hat. Ein direktes Kontaktieren von Visa oder Mastercard ist nicht notwendig.
- Chargeback-Antrag: Das Reklamationsformular richtig ausfüllen
Fordere von deiner Bank das Reklamationsformular an. Bei vielen Instituten findest du dieses auch direkt auf der Website des Anbieters.
Auf dem Formular vermerkst du, warum du den Chargeback-Antrag stellst.
- Nachweise mitsenden
Schicke das Formular zusammen mit entsprechenden Nachweisen an die Bank. Im Anhang kannst du unter anderem die Bestellbestätigung des Händlers, die Kreditkartenabrechnung oder die Rechnung für deinen Kauf mitschicken.
Welche Anbieter akzeptieren Chargebacks?
Im Folgenden findest du die gängigen Anbieter, bei denen du das Chargeback-Verfahren nutzen kannst.
Visa Chargeback
Bei Visa ist es problemlos möglich, das Chargeback-Verfahren einzuleiten. Sobald der Fall aufgeklärt wurde, geht der betreffende Betrag innerhalb von einigen Tagen bis Wochen auf deinem Konto ein. Du hast bis zu 120 Tage nach der Abbuchung Zeit, um das Verfahren einzuleiten.
Mastercard Chargeback
Auch Mastercard bietet ein zuverlässiges Chargeback-Verfahren. Hier musst du ebenso mit einer Wartezeit zwischen einigen Tagen und mehreren Wochen rechnen. Die Frist für die Einleitung des Chargebacks liegt bei Mastercard ebenfalls bei bis zu 120 Tagen nach dem Transaktionsdatum.
PayPal Chargeback
PayPal ist ein E-Wallet-Dienst, der bei falschen Abbuchungen den Käuferschutz aktivieren kann. Hast du per Kreditkarte über PayPal bezahlt, kannst du zusätzlich das Chargeback-Verfahren deiner kartenausgebenden Bank nutzen. In diesem Fall informierst du stets die Bank, die deine Kreditkarte ausgestellt hat.
Unterschied zwischen Chargeback und Rückbuchung
Es gibt einen Unterschied zwischen einer Rückbuchung und einem Chargeback. Eine Rückbuchung erfolgt aufgrund eines technischen Fehlers bei der Zahlungsabwicklung, während ein Chargeback eine Reklamation seitens des Kunden darstellt.
| Rückbuchung | Chargeback |
|---|---|
| Fehler bei der Zahlungsabwicklung | Beschwerde des Kunden |
| Bank des Kunden bucht den Betrag zurück | Kunde fordert den Betrag von seiner Bank zurück |
| Keine Kosten für den Händler | Kosten für den Händler möglich |
Vor- und Nachteile von Chargebacks
Das Chargeback-Verfahren bietet dem Kunden eine wichtige Absicherung beim Online-Shopping. Hier die wichtigsten Vor- und Nachteile im Überblick:
| Vorteile für den Kunden | Vorteile für den Händler | Nachteile für den Händler |
|---|---|---|
| Schutz vor Betrug oder nicht autorisierten Transaktionen | Vermeidung weiterer Schäden durch schnelle Klärung | Verfahrensbedingte Kosten (z.B. Bearbeitungsgebühren) |
| Möglichkeit der Erstattung bei nicht erhaltener oder mangelhafter Ware | Verbesserung der Kundenzufriedenheit durch zügige Problemlösung | Negative Auswirkungen auf den Ruf des Unternehmens |
| Einfache Abwicklung über die Bank des Kunden | Reduzierung des Betrugsrisikos durch Prüfung der Transaktionsdaten | Möglicher Verlust von Waren oder Dienstleistungen |
FAQ Chargeback: Das musst du noch wissen
Hier findest du Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um das Chargeback-Verfahren.
- Wie lange kann ich Kreditkartenzahlungen stornieren?
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Für die Stornierung von Kreditkartenzahlungen gilt in der Regel eine Frist von 120 Tagen/8 Wochen ab der Abbuchung.
- Muss meine Bank den Chargeback-Vorgang bewilligen?
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Eine Bank bewilligt den Prozess nur dann, wenn die Abbuchung tatsächlich nicht gerechtfertigt war. Daher ist es wichtig, dass du entsprechende Beweise wie die Kreditkartenrechnung an das Institut schickst.
- Wie lange bleibt der Betrag auf meiner Kreditkarte reserviert?
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Die Dauer der Reservierung hängt von deiner Bank ab. In der Regel erfolgt innerhalb weniger Tage die Freigabe der Summe. In Ausnahmefällen ist es möglich, den Betrag bis zu 45 Tage lang zu reservieren.
Fazit
Hegst du den Verdacht, dass deine Kreditkarte zu Unrecht belastet wurde, solltest du schnell handeln. Überprüfe deine Abbuchungen und wende dich anschließend umgehend an deine Bank. So leitest du rechtzeitig die Rückforderung ungerechtfertigter Zahlungen ein.
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