Max Benz

Geschäftsführer und Gründer

Max Benz hat einen Master of Science-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre an der TU Dresden absolviert und ist Geschäftsführer von BankingGeek, einer Marke der LBC FInance UG. Er liebt es, die besten Finanzprodukte aller Art, wie Girokonten, Geschäftskonten, Kredite und Kreditkarten, zu finden.

Überweisung zurückholen: So klappt’s für Lastschrift, Online-Überweisung und mehr

Foto des Autors

Max Benz

Gründer von BankingGeek

Zuletzt aktualisiert:

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Überweisung zurückholen ist unter bestimmten Bedingungen und Fristen möglich, je nach Art der Überweisung (Lastschrift, Online-Überweisung, Echtzeitüberweisung, Kreditkartenumsatz).
  • Die Kosten für den Rückholservice variieren je nach Bank und werden nur im Erfolgsfall berechnet.
  • Der falsche Empfänger darf das Geld bei einer Fehlbuchung nicht behalten, außer in wenigen Ausnahmefällen. Der Absender hat einen Herausgabeanspruch, der nach drei Jahren verjährt.
  • Die Bank haftet bei falschen Überweisungen nur, wenn sie eine fehlerhaft ausgeführte Überweisung verursacht hat. Wenn der Auftraggeber eine falsche IBAN angibt, haftet er selbst für die Fehlüberweisung.
  • Seit Oktober 2025 müssen Banken in der EU Empfängername und IBAN abgleichen (Verification of Payee). Das macht Fehlüberweisungen durch Tippfehler oder Betrugsmaschen deutlich seltener.


Kannst du eine Überweisung zurückholen?

In dieser Grafik sind die verschiedenen Möglichkeiten aufgelistet, eine Überweisung zurück zu holen:

Auflistung der Möglichkeiten eine Überweisung zurück zu holen

Im Folgenden werden die verschiedenen Arten von Überweisungen und die jeweiligen Rückholmöglichkeiten erläutert:

  • Ist es möglich, eine Lastschrift zurückzubuchen?
  • Kann ich eine Online-Überweisung zurückholen?
  • Kann ich eine Echtzeitüberweisung zurückholen?
  • Kann ich Kreditkartenumsätze zurückbuchen?

Ist es möglich, eine Lastschrift zurückzubuchen?

Ja, es ist möglich, eine Lastschrift zurückzubuchen. Nach einer fehlerhaften Abbuchung hast du acht Wochen Zeit, das Geld zurückzufordern (§ 675x IV BGB). Dies kann entweder direkt bei deiner Bank oder über das Online-Banking beantragt werden. Im Falle von nicht autorisierten Lastschriften (ohne gültiges SEPA-Mandat) kannst du sogar bis zu 13 Monate nach Belastung eine Rückbuchung verlangen.

Bei einer SEPA-Lastschrift besteht ein „Recht auf bedingungslose Rückerstattung“, sodass du keine Gründe angeben musst. Die Rückbuchung ist in der Regel kostenlos und kann über Online-Banking, die Banking-App oder telefonisch veranlasst werden. Dabei gibt die Rückbuchung der Lastschrift nicht automatisch das erteilte SEPA-Lastschriftmandat zurück.

Kann ich eine Online-Überweisung zurückholen?

Ja, du kannst eine Online-Überweisung zurückholen, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen und innerhalb einer kurzen Frist von meist 1 bis 2 Tagen. Wende dich so schnell wie möglich an deine Bank, um die Rückholung zu beantragen. Du benötigst dabei Angaben wie Empfängername, IBAN und Überweisungsbetrag.

Ausschlaggebend ist dabei der Annahmeschluss deiner Bank, meist zwischen 14 und 18 Uhr an Bankarbeitstagen. Reichst du die Überweisung vor diesem Zeitpunkt ein, verarbeitet die Bank sie in der Regel noch am selben Tag, danach oft erst am nächsten Bankarbeitstag. Solange sich die Überweisung noch innerhalb dieses Zeitfensters bei deiner eigenen Bank befindet, lässt sie sich meist noch stoppen. Danach wird es schwierig.

Bei Zahlendrehern oder falschen Kontodaten solltest du zunächst den Empfänger kontaktieren und um eine Rücküberweisung bitten. Kooperiert der Empfänger nicht, können rechtliche Schritte eingeleitet werden. Für den Rückholservice können Gebühren anfallen.

Kann ich eine Echtzeitüberweisung zurückholen?

Eine Echtzeitüberweisung zurückzuholen ist kaum möglich, da sie innerhalb weniger Sekunden beim Empfänger eingeht und technisch nicht stoppbar ist. Dennoch gibt es seit Oktober 2025 auf EU-Ebene einen standardisierten SCT-Inst-Recall-Prozess: Banken können einen Rückruf beim Empfängerinstitut einreichen, über den der Empfänger informiert wird. Die Empfängerbank ist jedoch nicht verpflichtet, das Geld einzubehalten. Schnelles Handeln und direkter Kontakt zur eigenen Bank bleiben entscheidend.

Kann ich Kreditkartenumsätze zurückbuchen?

Ja, du kannst Kreditkartenumsätze zurückbuchen, indem du ein Chargeback-Verfahren beantragst. Das Verfahren greift bei Nichtlieferung, Falschbuchung oder Betrug. Kreditkartenzahlungen lassen sich in der Regel innerhalb von 120 Tagen zurückbuchen.

Rückbuchungen können auf verschiedenen Wegen erfolgen:

Rückbuchung über die Bank: Bei fehlerhaften Transaktionen oder nicht autorisierten Zahlungen kann eine Rückbuchung beantragt werden. Die Bank prüft den Antrag und entscheidet über die Rückbuchung.

Rückbuchung über den Kreditkartenanbieter: Hast du Ware nicht erhalten oder liegt eine fehlerhafte Transaktion vor, kannst du eine Rückbuchung beim Kreditkartenanbieter beantragen. Der Anbieter prüft den Antrag und entscheidet über die Rückbuchung.

Rückbuchung über den Verkäufer: Du kannst die Rückbuchung auch direkt beim Verkäufer beantragen. Stimmt der Verkäufer zu, wird der Betrag auf das Kreditkartenkonto gutgeschrieben.

Rückbuchung bei betrügerischen Transaktionen: Bei Betrugsverdacht solltest du die Transaktion sofort melden. Kreditkartenanbieter und Bank prüfen den Fall und entscheiden über die Rückbuchung. Gegebenenfalls ist eine Strafanzeige bei der Polizei sinnvoll.

Wie viel kostet der Rückholservice für Überweisungen?

Die Kosten für den Rückholservice von Überweisungen variieren je nach Bank und liegen üblicherweise zwischen 8 und 20 Euro. Als Beispiele: Die Targobank berechnet 20 Euro, die Deutsche Bank 9,99 Euro und die Norisbank 10 Euro. Commerzbank stellt 11 Euro in Rechnung, Berliner Volksbank und Augsburger Aktienbank jeweils 10 Euro.

Bei Überweisungen ins Ausland fallen die Gebühren meist deutlich höher aus. Die DKB berechnet für Inlandsüberweisungen 10 Euro, für Auslandsüberweisungen dagegen bis zu 40 Euro. Bei der Volksbank liegen die Kosten während der Bearbeitung bei rund 10 Euro und nach erfolgter Ausführung zwischen 15 und 20 Euro, bei Auslandsüberweisungen können zusätzlich Fremdwährungsgebühren anfallen, sodass die Gesamtkosten auf etwa 50 Euro steigen. Die Postbank verlangt zwischen 9,99 und 14,99 Euro, wobei die Anfrage dort ausschließlich telefonisch möglich ist. Bei der Sparkasse liegen die Gebühren meist zwischen 10 und 15 Euro, ein Stornoauftrag direkt im Online-Banking ist teils günstiger oder sogar kostenlos, solange die Überweisung noch nicht ausgeführt wurde.

Kosten für den Rückholservice bei Überweisungen im Bankenvergleich Inland und Ausland
Bei Auslandsüberweisungen liegen die Rückholgebühren oft drei- bis fünfmal so hoch wie im Inland.

Der Rückholservice wird nur im Erfolgsfall berechnet und eine Garantie auf Erfolg gibt es nicht. Der Zahlungsempfänger ist nur bedingt zur Rückzahlung verpflichtet.

Darf der falsche Empfänger das Geld bei einer Fehlbuchung behalten?

Der falsche Empfänger darf das Geld bei einer Fehlbuchung grundsätzlich nicht behalten. Gemäß Paragraph 812 BGB hat der Absender einen Herausgabeanspruch. Ausnahmen bestehen etwa dann, wenn der Empfänger das Geld bereits gutgläubig ausgegeben hat oder bei Betrugsmaschen.

Die Berufung auf bereits ausgegebenes Geld schützt allerdings nicht immer. Nach § 819 BGB entfällt dieser Einwand, wenn der Empfänger beim Erhalt wusste oder erkennen musste, dass ihm das Geld nicht zusteht. Gutgläubigkeit zählt hier nicht mehr. Wer eine offensichtliche Fehlüberweisung erkennt und das Geld trotzdem ausgibt, bleibt zur Rückzahlung verpflichtet.

Daher gilt: Schnell handeln und die Bank über den Fehler informieren. Die Verjährungsfrist für Rückforderungen beträgt drei Jahre.

Empfängern wird dringend geraten, irrtümlich erhaltenes Geld nicht auszugeben, da dies juristische Konsequenzen haben kann. Stattdessen sollte die Fehlbuchung der eigenen Bank gemeldet werden.

Kurz gefasst: Der Empfänger einer fehlerhaften Überweisung ist in aller Regel zur Rückgabe verpflichtet. In wenigen Ausnahmefällen darf er das Geld behalten. Bei Problemen sollte immer die Bank kontaktiert werden.

Wie funktioniert die Veranlassung einer Rückzahlung bei Fehlüberweisung?

Um eine Rückzahlung bei einer Fehlüberweisung zu veranlassen, sind mehrere Schritte wichtig:

Schritt 1: Schnelle Reaktion

Bei Fehlüberweisungen zählt jede Minute. Kontaktiere sofort deine Bank, sobald dir der Fehler auffällt.

Schritt 2: Informationen bereitstellen

Du musst deiner Bank alle notwendigen Informationen zur fehlerhaften Überweisung nennen. Dazu gehören IBAN, Empfängername und Überweisungsbetrag.

Schritt 3: Rückholservice anfragen

Liegt das Geld bereits auf dem Empfängerkonto, kannst du einen Rückholservice bei deiner Bank anfragen, der jedoch kostenpflichtig sein kann.

Schritt 4: Keine Garantie auf Erfolg

Bedenke, dass eine erfolgreiche Rückholung nicht garantiert ist und die Bank nicht verpflichtet ist, den fehlerhaft überwiesenen Betrag zu erstatten. Die Bank des Empfängers muss bei einer nicht grob fahrlässigen oder betrügerischen Fehlüberweisung allerdings die erforderlichen Informationen für eine Rückbuchung bereitstellen.

Schritt 5: Bei Streitfällen die Verbraucherzentrale einschalten

Reagiert deine Bank nicht oder gibt es Unstimmigkeiten über die Erstattung, kannst du dich an die Verbraucherzentrale wenden. Die telefonische Rechtsberatung ist kostenpflichtig, hilft aber bei der Einschätzung deiner Ansprüche und bei der weiteren Kommunikation mit der Bank.

Wann haftet die Bank bei falschen Überweisungen?

Die Bank haftet bei falschen Überweisungen gemäß den §§ 675 y und 675 z BGB, wenn sie eine fehlerhaft ausgeführte Überweisung verursacht hat. In diesem Fall muss die Bank den Überweisungsbetrag mitsamt Entgelten unverzüglich und ungekürzt erstatten. Der Erstattungsanspruch entfällt, wenn die Bank nachweisen kann, dass der Betrag rechtzeitig und ungekürzt bei der Empfängerbank angekommen ist.

Gibst du als Auftraggeber eine falsche IBAN an und existiert ein Konto unter dieser, haftest du selbst für die Fehlüberweisung. In solchen Fällen hast du einen Rückforderungsanspruch gegen den Zahlungsempfänger (§ 812 BGB). Hat der Empfänger das Geld bereits ausgegeben, kann die juristische Grundlage für eine Rückforderung entfallen.

Du musst deine Bank unverzüglich informieren, sobald dir ein fehlerhafter Zahlungsvorgang auffällt. Andernfalls droht ein Ausschluss deiner Ansprüche gemäß § 676 b BGB. Die Ausschlussfrist beträgt 13 Monate ab dem Tag der fehlerhaften Kontobelastung.

In dieser Grafik ist noch einmal aufgelistet, wann die Bank bei falschen Überweisungen haftet:

Erklärung, wann die Bank bei falschen Überweisungen haftet

Kann ich eine Überweisung bei Betrug oder Betrugsverdacht zurückholen?

Bei Betrug oder Betrugsverdacht solltest du schnellstmöglich deine Bank kontaktieren und Anzeige bei der Polizei erstatten. Die Chancen auf eine erfolgreiche Rückholung steigen, wenn das Geld den Empfänger noch nicht erreicht hat. Bei einem akuten Verdacht erreichst du die Polizei über den Notruf 110, für die Anzeige selbst reicht auch der Gang zur örtlichen Dienststelle.

Seit dem 9. Oktober 2025 sind alle Banken in der EU verpflichtet, den eingegebenen Empfängernamen mit der IBAN abzugleichen (Verification of Payee). Der Abgleich funktioniert nach einem Ampelsystem: Eine grüne Meldung bestätigt, dass Name und IBAN übereinstimmen, eine gelbe Meldung zeigt eine ähnliche, aber nicht exakte Übereinstimmung an, und eine rote Meldung warnt, dass Name und IBAN nicht zusammenpassen. Überweist du trotz einer roten oder gelben Warnung, haftet deine Bank in der Regel nicht mehr für die Folgen, weil du die Warnung bewusst übergangen hast.

Ampelsystem der Verification of Payee: Grün, Gelb und Rot bei Überweisungen
Das Ampelsystem der Verification of Payee zeigt dir auf einen Blick, wann eine Überweisung sicher ist und wann du vorsichtig sein solltest.

Bei Betrugsverdacht zeigen sich Banken meist kulant und können die Überweisung unter Umständen rückgängig machen. Für gefälschte Überweisungen gilt eine 13-monatige Reklamationsfrist. Schnelles Handeln bleibt entscheidend: Ruf innerhalb weniger Stunden bei deiner Bank an, um den Transfer eventuell noch stoppen zu können.

Befindet sich das Geld bereits auf dem falschen Empfängerkonto, ist die Rückholung schwieriger. Nach § 812 BGB ist der Empfänger jedoch gesetzlich zur Rückerstattung verpflichtet.

Achte außerdem darauf, dass Rückruf und Wiederbeschaffung Kosten verursachen können.

Wie läuft die Rückholung bei internationalen Überweisungen ab?

Bei internationalen Überweisungen außerhalb der EU ist eine Rückholung deutlich schwieriger und langwieriger als bei SEPA-Zahlungen. Statt eines einzigen standardisierten Rückrufprozesses läuft die Anfrage über eine Kette von Korrespondenzbanken, wodurch sich die Bearbeitung auf mehrere Tage bis Wochen ausdehnen kann.

Der SCT-Inst-Recall-Prozess und die Verification of Payee gelten nur innerhalb der SEPA-Zone. Banken außerhalb Europas sind an diese Standards nicht gebunden, weshalb ein Rückruf dort vor allem vom guten Willen der beteiligten Institute abhängt.

Zusätzlich zu den regulären Rückholgebühren fallen bei internationalen Überweisungen häufig Fremdwährungsgebühren sowie Bearbeitungsentgelte der Korrespondenzbanken an, die die Gesamtkosten auf 50 Euro oder mehr treiben können. Melde eine fehlerhafte Auslandsüberweisung deshalb sofort deiner Bank und frage aktiv nach dem internationalen Rückrufverfahren, meist als Recall Request bezeichnet.

FAQ: Überweisung zurückholen

Häufig gestellte Fragen zum Thema Überweisung zurückholen:

  • Wie lange dauert es, eine Überweisung zurückzuholen?
  • Welche Informationen benötigt die Bank, um die Überweisung zurückzuholen?
  • Ist es möglich, internationale Überweisungen zurückzuholen?

u003cstrongu003eWie lange dauert es, eine Überweisung zurückzuholen?u003c/strongu003e

Um eine fehlerhafte Überweisung zurückzuholen, solltest du schnellstmöglich dein Kreditinstitut informieren und nach einem Überweisungsrückruf fragen.u003cbru003eDie Dauer hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Schnelligkeit der beteiligten Banken bei der Bearbeitung.

u003cstrongu003eWelche Informationen benötigt die Bank, um die Überweisung zurückzuholen?u003c/strongu003e

Um eine Überweisung zurückzuholen, benötigt die Bank in der Regel ein Dokument (zum Beispiel das Überweisungsformular oder den Kontoauszug in Papier- oder digitaler Form), auf dem die fehlerhafte Transaktion vermerkt ist.u003cbru003eZudem sind Informationen wie die IBAN des Empfängers und der Betrag hilfreich, um eine schnelle Rückzahlung zu ermöglichen.

u003cstrongu003eIst es möglich, internationale Überweisungen zurückzuholen?u003c/strongu003e

Ja, es ist grundsätzlich möglich, internationale Überweisungen zurückzuholen. Allerdings sollten Fehler schnellstmöglich der Bank gemeldet werden, um Erfolg zu haben. Bei Auslandszahlungen können die Gebühren jedoch höher sein und es gibt keine Garantie für eine erfolgreiche Rückbuchung.